Geschichte / Jubiläum

In Analen und Berichten aus der Zeit um 1848 ist viel die Rede von einer " Bürgerwehr". Aus einer solchen " Bürgerwehr", die seinerzeit den Charakter einer Schutzhilfstruppe besaß, erwuchs unmittelbar der Schützenverein Beverstedt, denn mit dem friedlichen Abschluß det " Teutschen Revolution von 1848" hatten sich die eigentlichen, ursprünglichen Aufgaben der "Bürgerwehr" geändert.

Hier die Vorgeschichte, wie es zur Gründung der " Bürgerwehr" in Beverstedt kam:

Am 4. Dezember 1845 war der alte Richter Wyneken vom Amtsgericht Beverstedt gestorben, dessen höchster Richter er bis zu seinem Tod war. Nach dem Tode von Richter Wyneken wurde seine Stelle nicht gleich wieder besetzt, es wurden zwei Assessoren kommissarisch mit der Richteraufgabe betraut. Es waren dies die Assessoren Herr Kley und Herr von Plate. So kam das Revolutionsjahr 1848 – das deutsche Revolutionsjahr. In Frankreich gingen die Unruhen los, dort setzte man den König ab, und im März 1848 jagte man in Wien den allgewaltigen Metternich von seinem Posten. In Berlin waren Straßenkämpfe an der Tagesordnung und es gab viele Tote. Durch ganz Deutschland ging der Ruf nach Meinungsfreiheit in Wort und Schrift und nach einer freiheitlichen Verfassung – nach einer Volksvertretung.

Auch in Beverstedt kam so eine Freiheitsbewegung zustande. Dazu gehörten die meisten Handwerker und die sogenannten " kleinen Leute", die ihrem Wunsch nach mehr Freiheit und Selbständigkeit deutlich Ausdruck verliehen. Der Wortführer dieser Gruppe war ein Zimmermann aus Wachholz – Hanke Henken. Der alte Superintendent Wiedemann bezeichnete ihn in einem Bericht an die Kirchenbehörde als " Aufsaß und Querulant von 1848", der für eine Zeitung in Lehe Hetzartikel geschrieben hätte.

Wenn Sonntags die Kirche zu Ende war, kamen auf dem Marktplatz immer viele Leute zusammen. Dort hielt Hanke Henken seine Reden von Gerechtigkeit, Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Der Kirchenschulmeister Wichmann trat dabei meistens als Gegenredner auf, aber Hanke Henkens Partei war zahlreich und er selbst war wortgewaltig.

Eines Tages war es dann soweit – man wollte zur Tat schreiten, Wie Hanke Henken sich ausdrückte. Man wollte zum Amtsgericht gehen und " der Regierung den Willen des Volkes" kundtun. Die " Regierung" waren immer noch die beiden Assessoren Kley und von Plate. Gegen den Herrn Kley hatte die Menge der " Revolutionäre" nichts einzuwenden, aber der andere, der Herr von Plate, der sollte verschwinden. Der wäre immer so hochmütig – wurde gesagt – war ja auch ein Adeliger und zudem noch mit einer richtigen Gräfin verheiratet. Der müsste sofort abgesetzt werden. Hanke Henken hatte eine Resolution aufgesetzt, die den Assessoren im Amtshause ausgehändigt werden sollte. So setzte sich die große Menge Leute in Richtung Amtshaus in Bewegung. Aber Türen und Fenster waren verschlossen und alles Klopfen und Rufen half nichts. Nach einer gewissen Zeit kam der Amtsdiener, gebot energisch Ruhe und erklärte, dass das Amt geschlossen bleibe. Die Leute gaben jedoch keinen Frieden und stießen Parolen wie " Revolution" und " Republik" aus.

Dann erschienen Assessor Kley, den man mit Hochrufen begrüßte. Er nahm die Resolution entgegen und versprach, diese an die zuständige Stelle weiterzuleiten. Er schickte die Leute und Hanke Henken beruhigt nach Hause, was auch die meisten befolgten.

Damit war die eigentliche in Beverstedt zu Ende, denn das Volk bekam seinen Willen. Herr von Plate wurde bald darauf versetzt und Herr Kley wurde Amtsrichter bis zur Auflösung des Gerichts im Jahre 1859.

Aber in ganz Deutschland kehrte keine Ruhe ein und es ging hoch her. Man befürchtete, dass mal eine Horde Revolutionäre aus den Städten nach Beverstedt kommen könnten um alles kurz und klein zu schlagen. Dagegen musste man sich wehren. So wurde eine Bürgerwehr zum Schutz der Heimat gegründet. Sehr viele Männer meldeten sich freiwillig und die meisten hatten die " Revolution vor dem Amtshaus" mitgemacht. Ihre Waffen brachten sie gleich mit – Jagdgewehr, " alte Schießprügel" und große Säbel.

Aber auch die Frauen wollten nicht untätig sein und wollten mithelfen. Sie nähten für die Truppe eine seidene Fahne und hatten die beiden Seiten der Fahne bunt bestickt. Auf der einen Seite ist zu lesen " Bürgerwehr 1848" – zwei grüne Eichenzweige und als Rahmen um die Schrift und unten mit einem schwarz-rot-goldenen Band zusammengehalten. Auf der anderen Seite ist der österreichische Doppeladler zu sehen – über ihm schwebt die Kaiserkrone des Habsburger Geschlechts.

Hauptmann der Bürgerwehr war Posthalter Bartels, der seinen Mann schon bei Waterloo gestanden hatte. Er hat seine Bürgerkompanie tüchtig gedrillt und hat marschieren, exerzieren und schießen mit seiner Truppe geübt.

Als in Deutschland die Revolution vorbei war, brauchte man zum Schutz der Heimat kleine Bürgerwehr mehr und man hätte sie auflösen können. Aber das taten die Bürger nicht. Anscheinend hatte ihnen das Marschieren, Exerzieren und Übungsschießen soviel Spaß gemacht, dass man es als Freizeitbeschäftigung beibehalten wollte. So machte man aus der Bürgerwehr einen Verein und nannte ihn " Schützengesellschaft zu Beverstedt". Das war im Jahre 1850 und noch im selben Jahr feierte der neue Verein sein erstes Schützenfest. Als Festplatz hatte man einen schönen Platz mitten im Wachholzer Wald ausgesucht. Unter schönen Eichen und Buchen stand Tienkens Haus – das heutige Heimathaus. Mit der neuen Fahne und Musik marschierten die Schützen nach Wachholz und beschossen den auf einer Stange angebrachten Vogel. Erster König wurde Schustermeister Joh. Fr. Wenzel.

Der Name " Schützengesellschaft zu Beverstedt", den der Verein trug, blieb lange bestehen, bis er nach der Jahrhundertwende in " Schützenverein zu Beverstedt" umgeändert wurde. Mit der Zeit im Verein das Scheibenschießen eingeführt, wozu der Platz in Wachholz nicht ausreichte. Seine erste richtige Heimat fand der Verein im Eichenholz in der Amtsallee, wo bereits um 1870/71 von dem Besitzer D. Börger ein Gelände für 45 Taler Jahrespacht übernommen und zum Schießstand ausgebaut wurde.

Ein wichtiges Datum in der Vereinsgeschichte ist der 2. Juni 1923. An diesem Tag wurde der Schützenverein Beverstedt in den Deutschen Schützenbund aufgenommen.

Eine große Seltenheit trat im Jahr 1924 in der Vereinsgeschichte ein. Die drei Gebrüder Böschen, Hinrich, Diedrich und Nikolaus errangen die Königs-, Nebenkönigs- und Vice-königswürde. In den Jahren 1938, 1939, 1940 wurden dieselben Brüder dann nacheinander König.

1925 feierte man das 75. Jubiläumsschützenfest. Gefeiert wurde an einem Sonntag und Montag und auf dem darauffolgenden Sonntag fand die Nachfeier – verbunden mit dem Kinderschützenfest – statt. König wurde Friedrich Steffens.

Im Jahre 1933 musste dann der Schießstand zum " Adelstedter Berg" verlegt werden, da der Platz für die neu zu errichtenden Schießbahnen nicht mehr ausreichte. An der Einweihung der neuen Anlage am 1. Oktober 1933 nahmen viele Vereine der Umgebung teil. Nach einem gewaltigen Festumzug waren über 8.000 Menschen auf dem Festplatz.

Mit dem 2. Weltkrieg 1939 wurde der friedliche und geselligen Betriebsamkeit des Schützenvereins ein jähes Ende bereitet. Das letzte Schützenfest wurde 1940 in kleinem Umfang gefeiert. Bis 1949 waren den Schützenvereinen jegliche schießsportliche Aktivitäten verboten. Mit List und Tücke gelang es in den Wirren des Kriegsendes die alten Fahnen und die alten Königsschärpen und Ketten in Sicherheit zu bringen, so dass bis heute noch alle Könige ab 1850 auf den Königsschärpen verewigt sind.

Nach der Aufhebung des Verbotes für Schützenvereine wurde der Verein am 25. Mai 1949 wieder neu ins Leben gerufen und am 10. Juli 1949 wurde das erste Schützenfest nach Kriegsende gefeiert. Ein Jahr darauf feierte man unter großer Beteiligung der Bevölkerung und von Vereinen aus nah und fern das 100-jährige Jubiläum. König wurde Ernst Eggert aus den USA.

Der Ausbau des Schießplatzes wurde unter Leitung des neuen Hauptmanns – Eduard Hölling- vorangetrieben. Er selbst kam dann unter tragischen Umständen beim Schützenfest 1954 auf dem Schießstand ums Leben. Wie beliebet Eduard Hölling war, zeigte, dass über 400 Schützen aus dem ganzen Landkreis an seiner Beisetzung teilnahmen.

Bereits 1951 schossen Frauen als " Nichtmitglieder" beim Schützenfest auf eine Damenscheibe. Es sieget Frau Henny Wrede vor Frl. Wilhelmine Bartsch und Frl. Lotti Runow. Als " Flintenweiber" der ersten Stunde werden die Schwestern Mallet und Frau Mindermann genannt. 1963 wurde die Damenabteilung offiziell gegründet, die seither das Vereinsleben bereichert hat. Erste Damensportleiterin war Ilse Kuhlmann uns als erste Königin der Damenabteilung trug sich Inge Lohse in die Siegerliste ein.

In den 60-iger und 70-iger Jahren wurde die Schie0anlage weiter modernisiert. Anfangs wurden die Winterrundenwettkämpfe im Clubzimmer der Gaststätte von Glahn, in den Hallen des Überlandwerkes und im Feuerwehrgerätehaus durchgeführt. 1972 wurde ein neuer Luftgewehrstand errichtet. Das Schützenfest feierte man nun an drei Tagen am letzten Wochenende im Juni, wobei der Haupttag des Schützenfestes der Montag war und am darauffolgenden Dienstag fand das Hackepeterfrühstück statt.

Zu der damaligen Zeit war es üblich, dass die Gewinnschützen des Hauptvogels neben ihrem Orden silberne Teelöffel als Preis bekamen. Bei der Siegerehrung im stets voll besetzten Festzelt wurde jedem Gewinnschützen eine Krönungsdame zugewiesen. Diese Krönungsdamen waren zumeist junge Mädchen aus Beverstedt im Alter von 15 bis 18 Jahren. Sie traten nur zum Schützenfest in selbst genähten einheitlichen Festkleidern auf. Nach der Siegerehrung eröffneten die Gewinnschützen mit ihren Krönungsdamen den Festball. Nach dem ersten Tanz begab man sich dann an die Kuchenbude, wo die Gewinnschützen für ihre Krönungsdamen große Lebkuchenherzen kauften. Im laufe der Zeit verschwand diese liebgewonnene Tradition dann aus dem Schützenfestprogramm. In Verbindung mit vielen schönen Schützenfesten ist sicherlich auch der Schützenbruder Georg Reimers zu nennen, der als " Täufer" alle neuen Vereinsmitglieder willkommen hieß und im Verein mit viel Humor zur Geselligkeit beitrug.

1975 feierte der Schützenverein Beverstedt an vier Tagen im Juni sein 125-jähriges Bestehen. Der damalige Hauptmann – Hermann Harm – konnte zur Fahnenweihe 1.200 Schützen begrüßen. Der große Festumzug war 500 m lang und bewegte sich in Dreierreihen durch den festlich geschmückten Ort. Viel umjubelter Jubiläums-Schützenkönig wurde Dietrich Lohmann aus Heerstedt, der damit die Nachfolge von Lutz Ebbing antrat.

Unter der Leitung von Wilfried Nagel bildete sich Anfang der 70-iger Jahre einen starke Jungschützenabteilung, die mit über 60 Jungschützen für viele Erfolge sorgte. Höhepunkt dieser Ära war wohl die Telnahme von Susanne Dunkel, Manuela Suhl, Petra Wintjen und Rena Vorspohl an den Deutschen Meisterschaften in der zeit von 1980 bis 1984.

Einmalig in der Vereinsgeschichte wird wohl auch das 131. Schützenfest bleiben. Es litt erheblich unter dem schlechten Wetter. Der Dauerregen machte nur eine kurze Pause, als man den Schützenbruder Waldemar Sieger abholte. Erstmals in der Vereinsgeschichte mussten sämtliche Schützenumzüge abgesagt werden.

1983 wurden auf dem Schießstand Am Adelstedter Berg neue Toiletten gebaut, nachdem der damalige Hauptmann Wilfried Nagel sich auf dem alten, etwas im dunkeln stehenden "Plumpsklo" in " de Schiet" gesetzt hatte, so dass er sich anschließend mit Uniform in die Badewanne zwecks Reinigung begeben musste.

Mitte der 80-iger Jahre begann man mit den Planungen für einen neuen Schießstand, da die vorhandene Anlage nicht mehr den sportlichen und gesellschaftlichen Erfordernissen entsprach.

1987 war es endlich soweit, man begann mit der Erstellung eines neuen Schießstandes. Für 93.000,-DM wurde die Schießanlage renoviert und konnte 1988 fertiggestellt werden. Neben vielen freiwilligen Helfern gilt ein besonderer Dank des Schützenvereins Ralf Jäger, der mit Ausdauer und Elan zum Gelingen des Projektes beigetragen hat. Im kleinen Rahmen wurde der Schießstand eingeweiht. Anlässlich diese Ereignisses weihte man eine neue Kinderschützenfahne, die seither beim Kinderschützenfest von den Kindern stolz getragen wird.

Mit dem Jahr 1991 änderte sich der Ablauf des Schützenfestes. Wirtschaftliche Gründe erforderten die Änderung des Festablaufes, so wie man ihn heute kennt. Allen " Unkenrufen" zum Trotz zeiget sich, dass die Beverstedter Schützen den richtigen Schritt gewagt hatten. Seither verzeichnet der Schützenverein Beverstedt einen stetigen Besucherandrang auf seinem Schützenfest. Wie erfolgreich die Jungschützen, Schützenschwestern und Schützenbrüder in der Vergangenheit waren, kann man an den vielen Pokalen und Urkunden erkennen, die auf unserem Schießstand ausgestellt sind. Der älteste Pokal ist aus dem Jahr 1929, der Wanderpreis des Lune-Schützen-Bezirks, der von Beverstedter Schützen dreimal in Folge (1929, 1930, 1931) gewonnen wurde. Folgende Namen sind auf dem Pokal verewigt: E. Höllig, J. Fehlow, F. Thomfohrde, N. Böschen, M. Grotheer und D. Böschen.

Ein wichtiger Abschnitt in der Vereinsgeschichte ist die Freundschaft zur Patenkompanie aus Schwanewede. Offiziell bestand die Patenschaft zwar zwischen dem Flecken Beverstedt und der Panzerjägerkompanie 320, aber mit Leben erfüllt wurde diese Patenschaft durch die Freundschaft zwischen dem Schützenverein und den Panzerjägern. Viele Beverstedter werden sich noch an die Tage der Begegnungen mit den Soldaten erinnern. 1964 nahmen die Kameraden der Panzerjägerkompanie 320 unter der Führung des Kompaniechefs – Hauptmann Hartsch – zum erstenmal am Schützenfest teil und wie es damals üblich war mit Familienanschluss. So hieß es für viele Kinder, das Bett für einen Soldaten zu räumen. So entwickelte sich mit der zeit ein sehr freundschaftliches Verhältnis zwischen Soldaten und Schützen, nicht zuletzt dadurch, dass die Soldaten am Schützenfest das gemeinsame Mittagessen arrangierten. Vergleichsschießen in Schwanewede wurden durchgeführt und so manches gemeinsame Fest ausgiebig gefeiert. Einige Soldaten haben in Beverstedt ihr Glück fürs Leben gefunden, sprich ihre Ehefrau auf dem schützenfest kennen gelernt.

Stellvertretend für die vielen Soldaten, die unserem Verein immer hilfreich zur Seite standen seien hier einige genannt: Hauptmann Antweiler, Leutnant Rehkuh, Hauptfeldwebel Behrens und Major Hedderich. Ein Name darf hier aber nicht fehlen, das ist Hauptfeldwebel Andre´ Schneider, der die Patenschaft bis zum Ende erlebt und gestaltet hat. Allen Soldaten der Panzerjägerkompanie gebührt Anerkennung und Lob für ihre Verdienste zum Wohle der Bundesrepublik Deutschland!

Im Zuge der Weltweiten Entspannungs- und Abrüstungspolitik wurde die Panzerjägerkompanie 320 aufgelöst. Mit der Verabschiedung der PzJgKp 320 am 13.12.1991 endete nach 28 Jahren die Patenschaft.

1995 wurde für die verschlissene Vereinsfahne von 1848 eine neue Fahne beschafft. Fast 150 Jahre war sie alt und war in dieser Zeit bei allen großen Festen dabei gewesen. Um das gute Stück zu schonen, ließ man von Frau Gertrud Oest aus Köhlen eine Kopie anfertigen. Allerdings ist sie aufwendiger als das Orginal. Dort sind die Ornamente nur aufgemalt. Der damalige Schützenhauptmann Bernhard Roenicke und der Fahnenträger Helmut Müller besorgten das Leinentuch und das Garn des Originals. 500 Stunden brauchte die damals

81- jährige Frau Oest, bis die exakte handgestickte Kopie der alten Fahne fertig war. Weil Handgesticktes etwas Besonderes ist, wurde das Banner nicht bei einem Fahnenhersteller maschinell gefertigt. Die neue Fahne wurde 1996 auf dem Schützenfest vom Präsidenten des Schützenkreises Wesermünde-Süd – Klaus Wulff – geweiht. Sicherlich hält die Fahne 150 Jahre. Im Gegensatz zum Original von 1848 wissen die Schützen im Jahr 2145 aber wer sie gemacht hat.

Rechtzeitig zum 150- jährigen Bestehen renovierte man 1998/1999 auf dem Schießstand den kompletten Sanitärbereich. Eine neue Heizung wurde installiert und einen neue Küche geschaffen.

An dieser Stelle sei allen Gönner und Helfern Dank gesagt.

Die Namen der 149 Könige sind auf silbernen Schildern graviert und befinden sich auf unseren vier Königsschärpen für die Nachwelt verewigt – dem Vergangenen zur Ehre und den Schützenmitgliedern eine stete Mahnung und Verpflichtung zur Tradition.

Bisher war man davon ausgegangen, dass unser Kinderschützenfest erstmals 1921 von dem damaligen Schriftführer Reimers ins Leben gerufen wurde.

Diese Annahme muss aufgrund eines wieder entdeckten Protokolls von der Generalversammlung vom 28. Mai 1858 korrigiert werden. In dem Protokoll ist die Rede von einer Revision des Reglements ( Satzung ). Paragraph 1 des neuen Reglements lautet: " Zur Abholung des in der jedermaligen Generalversammlung zu bestimmenden Schützenfester und der 8 Tage darauf folgenden Nachfeier, welche mit dem Kinderschützenfest verbunden, vereinigen sich unter dem Namen Schützengesellschaft zu Beverstedt". Das Kinderschützenfest gibt es somit seit 142 Jahren, und es ist sicher eines der ältesten Feste seiner Art.

Während die Jungen schon mit der Armbrust schossen, mussten sich die Mädchen zunächst mit Sackhüpfen, Eierlaufen und Garnwickeln begnügen. Schon damals mussten drei Reichsmark als Startgeld entrichtet werden, wie eine noch erhaltene Melde- und Siegerliste belegt. Schützenbruder Johann Thomfohrde, überall als " Onkel Johann" bekannt, hat es in seiner Tätigkeit als Schriftführer vervollkommnet und weiterentwickelt. Ihm folgte Peter Hofmayer, der die erfolgreiche Arbeit von " Onkel Johann" fortsetzte. Hofmayer sorte für enormen Aufschwung beim Kinderschützenfest.

Natürlich hatten die Kinder auch damals schon eine eigene Fahne , einen Leutnant und einen Hauptmann. Außergewöhnlich war wohl, dass die Kinder auch einen " Vorstand" hatten. Zum Vorstand gehörten neben Hauptmann und Leutnant sechs weitere Jungen.

Im Jahr 1967 gehörten neben Erwin Lörsch ( Hauptmann ) und Udo Riechert ( Leutnant ) auch Helge Kruse, Uwe Jungclaus, Michael Kuhlmann, Horst Koop, Joachim Gohde und Jürgen Wintjen dem Kindervorstand an. Der Hauptmann trug goldene Schulterbänder (Schleifenband), der Leutnant silberne und der Vorstand hatte grüne Schulterbänder auf einem weißen Oberhemd zu tragen.

Leider verstarb Schützenbruder Hofmayer viel zu früh. In seine Fußstapfen trat in jungen Jahren Joachim Gohde, der das Schützenfest 18 Jahre im Sinne seiner Vorgänger prägte. Seit 1997 gestalten Bernd Jäger und Heinz-Wilhelm Zink diese in seiner Art wohl einmalige Kinderschützenfest. Die Wettspiele der Mädchen und Jungen um die Königswürde wurden mehrfach geändert. Ermittelten die Mädchen noch vor einiger Zeit ihre Königin mit dem

"Schwebenden Adler", so schießen sie heute wie die Jungen mit der Armbrust um die Kinder-Königswürde. Die Kinderschützenfeste bringen Jahr für Jahr Hunderte von Kindern auf die Beine und verständnisvolle Gönner des Beverstedter Schützenfestes garantieren immer wieder einen sicheren Fortbestand dieses Festes. Die Begeisterung, mit der die Kinder an den wettkämpfen teilnehmen, geben uns die Gewissheit, dass der Nachwuchs schon zu früher Zeit mit dem Schützenverein verbunden ist und den Fortbestand des Vereins garantiert.